CHRONIK |
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Im Jahr 1919 wurde von den Gründungsmitgliedern Edmund Bauer, Simon Biedermann , Christoph Grosch, Baptist Fugmann, Hans Münch, Heinrich Schmidt, Konrad Völk und Hans Wohlrath der Verein ins Leben gerufen. Damals bildete sich unter der Leitung von Hans Wohlrath die erste Musikkapelle in Weißenbrunn. Einigen dieser Mitglieder war es zu verdanken, daß nach der Wiedergründung des Vereins im Jahre 1956, das Jahr 1919 als Gründungsjahr anerkannt wurde. Während des zweiten Weltkrieges ruhte auch bei uns jegliches Vereinsleben. Mit Unterstützung des "Altmitgliedes" Simon Biedermann wurde der Verein in Jahre 1956, unter maßgeblicher Führung von Georg Hofmann, wiedergegründet. Seinem unermüdlichen Einsatz war es zu verdanken, daß damals wieder eine spielfähige Mannschaft zusammen kam. Zunächst bildete sich aus einer Handvoll Musikern eine Tanzkapelle. Unter Zuwachs weiterer Musiker bildete sich eine Blaskapelle. Somit war der Verein wieder ins Leben gerufen. Aus dem Protokollbuch geht hervor, dass Georg Hofmann als 1. Vorsitzender gewählt wurde und der Mitgliedsbeitrag 1.- DM jährlich betrug. Seit dieser Wiedergründung, genauer ab dem 1. Januar 1956 war die Kapelle Mitglied beim fränkischen Musikbund. Die Blaskapelle spielte in erster Linie bei privaten Feierlichkeiten,sowie bei öffentlichen und kulturellen Veranstaltungen der dörflichen Gemeinschaft, um die Vereinskasse aufzubessern. Trotzdem war der junge Verein auf Geldspenden angewiesen, Auch kam der Erlös aus den Auftritten der Tanzkapelle, die zunächst "Tanzkapelle des Musikvereins" hieß, dem Verein zugute. Nur so konnte das Vereinsleben in der damaligen Zeit aufrecht erhalten werden. Um eine Uniform oder Tracht für alle Musiker anzuschaffen, war aber nicht genug Geld vorhanden. Deshalb wurde als einheitliche Kleidung weißes Hemd zu schwarzer Hose getragen. Nachdem 1958 Alfred Pohl zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, er sollte die Geschicke des Vereins 30 Jahre lang lenken, wurden zu Beginn seiner Amtszeit alle Gründungsmitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Verein erhielt 1959 den Namen "Musikverein 1919 Weißenbrunn" Zwei Jahre später trat Günter Pohl an sie Spitze der Kapelle. Mit ihm wurde die "Zeltmusik" noch intensiviert. Ab diesem Zeitpunkt spielte man viel Selbstgeschriebenes aus der Feder von Günter Pohl, das auf die Kapelle zugeschnitten war. Titel von James Last wurden ebenfalls gekonnt wiedergegeben. Im gleichen Jahr produzierte die Blas- und Trachtenkapelle Weißenbrunn ihre Erste Langspielplatte. Zusammen mit dem "Gesangstrio Bätz" entstand ein sehr gutes Machwerk, das weithin bekannt wurde. Durch Gerhard Bäz, dem Leiter des Trios, begann 1974 eine Freundschaft zu dem Shanty-Chor "Blaue Jungs" aus Friedrichskoog an der Nordsee, die bis zum heutigen Tag anhält. Seitdem besuchen sich beide Vereine gegenseitig alle zwei Jahre im Wechsel. Unter Günter Pohl hat die Blas- und Trachtenkapelle Weißenbrunn die wohl größten Höhepunkte ihrer Vereinsgeschichte erlebt. Rundfunkaufnahmen waren an der Tagesordnung, auch wurde eine zweite Langspielplatte produziert. Ein Ausflug nach Baden-Baden im Jahr 1976 war ein großes Ereignis. Als ausgesuchte Kapelle durften die Musiker bei einem großen Feuerwehrfest ihr bestes geben. Das Kurkonzert am Sonntagmorgen stand auf hohem Niveau und war hervorragend gelungen. Das größte Ereignis und zugleich ein Supererlebnis für alle Beteiligten war eine Einladung zur "Steubenparade" nach New York im September 1976. Für unsere Musiker war es eine hohe Auszeichnung, vor der Ehrentribüne ein Standkonzert abhalten zu dürfen. Eine Schifffahrt um die Halbinsel Manhattan und eine Tagestour nach Washington rundeten den Aufenthalt in den USA ab. 1978 gründete der Verein ein Gesangs-Sextett das bei verschiedenen Anlässen auftrat. Mit dieser Gruppe und der neu gegründeten "Klarinettenmusik" nahm unsere Blas- und Trachtenkapelle 1980 an der Premiere der Sendereihe "Viva la Musica" teil, die vom Bayr. Rundfunk produziert wurde. Die Aufzeichnung der Sendung fand in der Turnhalle Weißenbrunn unter Mitwirkung des Gesangsvereins 1861 Weißenbrunn, sowie Musik- und Gesangsgruppen aus Oberbayern und Schwaben statt. 1983 wurde eine große Konzertreise in die Türkei geplant. Die Kapelle trat dort fünfmal an verschiedenen Orten auf und wurde mit einer Gastfreundschaft empfangen wie man sie bei uns nicht kannte. Die Musiker und Mitreisenden nutzten die Chance, eine andere Kultur kennen zu lernen. Gerade in der Freizeit wurde Kontakt zur Bevölkerung gesucht, von der man gerne und gastfreundlich aufgenommen wurde. Im Jahr 1988 waren unsere Klarinettenmusik und das Gesangs-Sextett im Kloster Banz bei Rundfunkaufnahmen dabei. Die Kapelle wirkte am 4. Juni in der Freiheitshalle in Hof bei einer neuen Sendung der Reihe "Viva la Musica" des Bayr. Rundfunks mit. In dieser Sendung waren die besten Gruppen aus dem bayrischen Raum vertreten. Es war eine Auszeichnung für unsere Musiker, hier mitmachen zu dürfen. Nach 30-jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender schied Alfred Pohl 1988 aus dem aktiven Vereinsleben aus. Für sein aufopferndes Wirken erhielt er neben vielen anderen Ehrungen vom Vereinsvorstand eine Auszeichnung besonderer Art. Für Aufbau der Blaskapelle, Führung und Darstellung des Vereins, die Förderung der Jugendarbeit und die Pflege der Volksmusik wurde Alfred Pohl zum "Ehrenvorsitzenden" ernannt. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Wilhelm Gold als 1. Vorsitzender die Führung des Vereins. 1990 gab Günter Pohl den Taktstock ab und wurde für seine Verdienste im Verein zum "Ehrendirigenten" ernannt. Kurzfristig übernahmen Hans-jürgen Fischer und Walter Wich-Herrlein die Kapelle, bis schließlich 1992 mit Hugo Schreiner, einem Musiker aus den eigenen Reihen, ein fähiger Mann den Dirigentenjob übernahm. |